Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND)

Margerite (Leucanthemum vulgare)


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Massenpracht in der Blumenwiese
Sie ist die Wiesenblume schlechthin, die Wiesen-Margerite. Unzählige Regionalnamen und Namensänderungen in der Sprachgeschichte verraten eindrucksvoll, dass diese Art stets häufig war und viel Aufmerksamkeit erfahren hat:  Maßliebchen, Gansblume, Ochsenauge und Kuhtill sind nur einige davon. Hinter dem gebräuchlichen Namen der Wiesen-Margerite (Margarites = die Perle) verbirgt sich botanisch keineswegs eine "Art", sondern eine ganze Artengruppe, so dass Leucanthemum vulgare zunächst nur eine Sammelbezeichnung darstellt. Entsprechend stark unterscheiden sich Wiesen-Margeriten verschiedener Gegenden nicht nur hinsichtlich der Blütengröße und -anzahl, sondern auch hinsichtlich des Blütenzeitpunktes. Es lohnt daher, ausschließlich regionale Herkünfte auszusäen und zu pflegen, damit die Blüte und ihre Blütenbestäuber sich auch finden und nicht zeitlich aneinander vorbeileben.

Ökologisch zeigt sie die nährstoffärmeren, trockeneren Standorte an. Sie ist wenig langlebig, hält also nur wenige Jahre aus, und lässt sich bei früher Mahd und schlechter Wiesenpflege, etwa durch dicke Mulchauflagen aus Mahdresten, sowie durch Düngung schnell aus einer Wiese verdrängen. Dass sie mitunter trotzdem an Straßenrändern große Flächen bedeckt, ist dort vor allem der Nährstoffarmut und der meist erst im Juni einsetzenden Mahd verdankt. Da im Blütenstand einer "Margeritenblüte" die winzigen Röhrenblüten nacheinander abblühen, befinden sich schon recht bald reife Einzelsamen auch in noch blühenden Blütenständen, deren Kranz aus weißen Zungenblüten noch frisch erscheint. Die Art reift auch nach einer Mahd während der mehrtägigen Heutrocknung vergleichsweise gut nach.

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Die BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg stellt in dieser Serie typische Wiesenblumen aus der Region vor. Mit ihrem Regionalen Wiesen- und Weidenzentrum will die Kreisgruppe den Blick für die allgegenwärtige Verarmung der heimischen Landschaft schärfen und im Gegenzug artenreiche Wiesen und Weiden wieder erlebbar machen. Das Wiesen- und Weidenzentrum wird von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE) gefördert.