Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND)

Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)


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Sie scheitert bei früher Mahd

Die mit vielen Unterarten auftretende und damit offenkundig anpassungsfähige Wiesen-Flockenblume gedeiht auf zahlreichen frischen bis trockenen Standorten, sofern sie lehmigen Boden aufweisen und ausreichend Licht erhalten. Die Art darf wegen ihrer großen, purpurfarbenen Korbblüten, die zahlreichen Wildbienenarten sowie Schmetterlingen und anderen Blütenbesuchern reichlich Pollen spenden, in keinem Naturgarten fehlen. Sie wäre auch für zahlreiche Wiesen typisch, in der Siegaue ebenso wie auf mageren Wiesen im Siebengebirge, wenn sie nicht durch die zu frühe Mahd massiv bedrängt werden würde. Die eigentlich robuste, kräftige, bis etwa 80 cm hochwachsende Staude reagiert auf eine frühe Mahd extrem empfindlich. Vor dem Ende der Vollblüte – das kann je nach Wetter im Lauf des Julis sein – sollte daher eine Flockenblumenwiese nicht gemäht werden, eine noch spätere Mahd ist für die Flockenblume förderlich.

Die Flockenblume bietet wegen ihrer flachen Blütenform den perfekten "gedeckten Tisch", der einfach anzufliegen ist und Insekten viel Platz zum Sitzen und zur Nektar- und Pollensuche bietet. Typische Arten sind neben Hummeln und Schmetterlingen die dort Pollen sammelnde Sandbiene (Andrena denticulata) sowie die Zwerg-Wollbiene (Anthidium nanum). Wildbienen weisen bei der Auswahl der für ihre Brut gesammelten Pollen oft eine hohe Pflanzenspezialisierung auf, so dass als Larvennahrung nur Pollen einer Pflanzenfamilie, wie hier den Korbblütlern, nur einer Gattung, also den Flockenblumen, oder gar nur einer Art, der Wiesen-Flockenblume, in Frage kommen.

Die Flockenblume ist zudem eine alte Färberpflanze. Die getrockneten Blätter dienen als Basis zum Gelb-Färben von mit Alaun gebeizter Wolle und Baumwolle.

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Die BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg stellt in dieser Serie typische Wiesenblumen aus der Region vor. Mit ihrem Regionalen Wiesen- und Weidenzentrum will die Kreisgruppe den Blick für die allgegenwärtige Verarmung der heimischen Landschaft schärfen und im Gegenzug artenreiche Wiesen und Weiden wieder erlebbar machen. Das Wiesen- und Weidenzentrum wird von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE) gefördert.