Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND)

Echte Schlüsselblume (Primula veris)


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Düngung verträgt sie nicht

Die Echte Schlüsselblume ist eine der ersten Blütenpflanzen im Frühling. Weitere Namen sind Wiesen-Schlüsselblume und Frühlings-Schlüsselblume. Als Himmelsschlüssel erscheint sie auf vielen mittelalterlichen Mariendarstellungen, wo sie die Mutter Jesu als Öffnerin des Himmels für den Menschen symbolisiert.

Aus einer Blattrosette ragt ein behaarter, kräftiger, 10 bis 30 cm hoher Stängel, aus dem sich eine Dolde mit vielen goldgelben Blüten erhebt. Im Inneren sind die Blüten orange gefleckt. Sie werden außen von aufgeplusterten Hüllblättern umschlossen. Warum aber überhaupt "Schlüssel"? Der Blütenstand erinnert, vor allem im Schattenriss, an den Bart eines altertümlichen Schlüssels.

Die Echte Schlüsselblume liebt basischen, lockeren Boden, der mäßig trocken bis mäßig frisch sein darf, aber stets nährstoffarm, besonnt und warm sein muss. Sie kommt typisch auf Magerwiesen und Kalkmagerrasen vor, besonders auf besonnten Hängen. Dort blüht sie von März bis Mai. Schlüsselblumen sind wegen der frühen Blüte für Insekten wichtig, wenn sonst noch wenig Nahrung vorhanden ist. Die Blätter sind Futterpflanzen für Raupen, z.B. die des Schlüsselblumen-Würfelfalters oder der Silbergrauen Bandeule.

Hildegard von Bingen beschreibt die Heilkräfte der Pflanze. Ihre Blätter und Wurzeln helfen bei Husten und Bronchitis, da sie Saponine und viel Vitamin C enthalten. Wegen der Saponine sollte man die Blätter aber nicht in der normalen Ernährung nutzen.

Die Wiesen-Schlüsselblume ist auf nährstoffarme Standorte angewiesen. Sie verträgt die Düngung unserer Weiden und Heuwiesen gar nicht. Oft kann man sie an Wegrainen ehemaliger Magerwiesen sehen, wo sie genau so weit in die Wiesen hineinwächst, wie der Landwirt gedüngt hat. Die Linie des Gülle- oder Miststreuers ist die Grenze für die Schlüsselblume.

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Die BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg stellt in dieser Serie typische Wiesenblumen aus der Region vor. Mit ihrem Regionalen Wiesen- und Weidenzentrum will die Kreisgruppe den Blick für die allgegenwärtige Verarmung der heimischen Landschaft schärfen und im Gegenzug artenreiche Wiesen und Weiden wieder erlebbar machen. Das Wiesen- und Weidenzentrum wird von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE) gefördert.