Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND)

Scharfer Hahnenfuß (Ranunculus acris)


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Art der feuchteren Wiesen und Weiden

Der Scharfe Hahnenfuß ist eine krautige, mehrjährige Pflanze, die etwa 30 bis 100 cm hoch werden kann. Der Blütenstand ist eine lockere Rispe mit Blüten aus fünf goldgelben Blütenblättern und einem Durchmesser von etwa 1 cm. Die Blätter sind stark eingekerbt und zipfelig. Es entsteht der Eindruck eines Hahnenfußabdrucks, was der Pflanze ihren Namen gibt. Der Fruchtstand ist kugelig und besteht aus vielen kleinen Nüsschen, die sich gerne einmal im Vorbeistreifen einhaken und so von Tieren und Menschen verbreitet werden.

Der Scharfe Hahnenfuß wird oft auch Butterblume genannt, so werden regional aber auch viele andere Pflanzen mit fettglänzenden, gelben Blütenblättern betitelt.

Auf frischen bzw. feuchten, stickstoffhaltigen Lehmböden fühlt sich die Pflanze besonders wohl, es darf aber nicht ausgesprochen nass sein. Auf solchen Wiesen und Weiden erscheint in der Blütezeit ein dichter gelber Schleier, der den Anblick der Fläche prägt. Diese Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Auf Wiesen kommt er gut zurecht, solange die Mahd erst Mitte Juni einsetzt. Manches Insekt ist auf die Hahnenfußblüten spezialisiert. So ernährt die Scherenbiene (Osmia florisomnis) ihre Larven ausschließlich mit Hahnenfuß-Pollen.

Der Scharfe Hahnenfuß hat zahlreiche Verwandte, etwa den Kriechenden Hahnenfuß, den Knolligen Hahnenfuß und den Sardischen Hahnenfuß. Eine etwas entferntere Verwandte ist die Sumpfdotterblume. Allen gemeinsam ist die fünfteilige, goldgelb glänzende Blüte.

Die Pflanze ist in allen Teilen (leicht) giftig, sie verursacht ein Brennen im Mund, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Auch auf der Haut kann der Saft Reizungen verursachen. Das Vieh mag sie nicht fressen, so dass auf Weiden oft Hahnenfußinseln stehen bleiben und die Art über die Jahre zunimmt. Wird das Kraut aber getrocknet, stört es im Heu nicht, da das Gift zerfällt.

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Die BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg stellt in dieser Serie typische Wiesenblumen aus der Region vor. Mit ihrem Regionalen Wiesen- und Weidenzentrum will die Kreisgruppe den Blick für die allgegenwärtige Verarmung der heimischen Landschaft schärfen und im Gegenzug artenreiche Wiesen und Weiden wieder erlebbar machen. Das Wiesen- und Weidenzentrum wird von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE) gefördert.