Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND)

Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium)


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Charakterart gedüngter Frischwiesen

Wiesen-Bärenklau wird in einigen Regionen Deutschlands auch Bärentatze genannt. Er gehört zu den Doldengewächsen und ist eine ausdauernde krautige Pflanze. Je nach Standort wird er 50 bis 150 cm hoch. Die Blüten sind Dolden mit 15 bis 30 Strahlen, die ihrerseits oben kleine Döldchen tragen. Die Blütchen sind weiß, manchmal rosa oder grün überhaucht. Am Rand der Döldchen sind die Blüten meist etwas größer. Es handelt sich durchweg um zwittrige Blüten, nur die eben genannten Randblüten sind oft rein männlich. Die Stängel sind hohl, kantig gefurcht und ebenso wie die Blätter rau behaart. Diese haben eine 3–4-fach eingeschnittene Form. Die Stängel bilden Knoten, an denen entweder ein Blatt sitzt oder der Stängel sich verzweigt. Der Wiesen-Bärenklau wächst auf Glatthafer- und Goldhaferwiesen. Er liebt frischen, nährstoffreichen Boden und wächst auch an Wegböschungen und Waldrändern. Er ist ein Nährstoffzeiger und überzieht überdüngte Wiesen oft im Sommer mit einem üppigen weißen Blütenflor.

Die Pflanzen blühen von Juni bis Oktober und bilden an den Döldchen viele flache, längliche Samen, die sich durch die Luft, übers Wasser oder durch Weidetiere verbreiten. Bestäubt wird die Pflanze meist durch Fliegen, Käfer oder Schwebfliegen.

Junge Triebe und Blätter werden in der Küche als Wildgemüse genutzt, entweder als Salat oder auch gekocht in Suppen oder in Eierspeisen. Wiesen-Bärenklau findet in der Volksmedizin vielerlei Verwendung. Man bereitet daraus Tee oder Tinkturen. Diese helfen bei Husten und Asthma, da sie schleimlösend wirken. Auch bei Durchfall, Blähungen und Blasenentzündung sollen sie helfen.

Bei empfindlichen Menschen können sich durch den Saft der Pflanze Hautreaktionen bilden, insbesondere in Zusammenspiel mit Sonnenlicht. Die Pflanze ist aber sehr viel weniger gefährlich als der eingeschleppte Riesen-Bärenklau, bei den meisten Menschen zeigt sich keine Reaktion.

Wiesen-Bärenklau gehört zu der großen Gruppe der Doldenblütler, zu der auch der erwähnte Riesen-Bärenklau und Engelwurz gehören, ebenso wie Kümmel, Fenchel, Petersilie und viele andere.

Eine frühe Mahd verträgt der Bärenklau gut, er treibt danach neu aus. Beweidung mag er dagegen nicht, er ist trittempfindlich. Sein Futterwert ist mittelmäßig.

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Die BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg stellt in dieser Serie typische Wiesenblumen aus der Region vor. Mit ihrem Regionalen Wiesen- und Weidenzentrum will die Kreisgruppe den Blick für die allgegenwärtige Verarmung der heimischen Landschaft schärfen und im Gegenzug artenreiche Wiesen und Weiden wieder erlebbar machen. Das Wiesen- und Weidenzentrum wird von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE) gefördert.