Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND)

Wiesen-Hornklee (Lotus corniculatus)


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Widderchen lieben ihn

Der Wiesen-Hornklee gehört zu den Schmetterlingsblütlern. Seine intensiv gelben Blüten bilden an einem Stängel eine Dolde mit drei bis sechs Blüten. Die Blätter sitzen eng am Stängel und besitzen 5 Teilblättchen, die länglich-eiförmig sind. Die Stängel des Wiesen-Hornklees sind, an- ders als die des Sumpf-Hornklees, mit Mark gefüllt. Der Wiesen-Hornklee wird 5–30 cm hoch.

Der Wiesen-Hornklee liebt lockere Lehmböden, er wächst auf mageren Wiesen, Weiden, Halbtrockenrasen und an Wegrändern. Er blüht von Mai bis September. Nach der Blüte reifen die Samen in ihren Schoten, bis diese schließlich aufspringen und die Samen bis zu zwei Meter weit schleudern. Die Frucht des Hornklees ist eine lange und gekrümmte Hülsenfrucht, daher leitet sich sein Name ab.

Hornklee enthält in geringer Menge Blausäure und sollte daher nicht roh verzehrt werden. Man kann aber Tee daraus zubereiten, wobei man mit offenem Topf kochen sollte, damit die Blausäure verfliegt. Der Tee wirkt krampflösend, beruhigend und schlaffördernd. Er hilft auch bei Bindehaut- und Zahnfleischentzündung.

Der Futterwert ist hoch, sodass er in entsprechend bewirtschafteten Wiesen sehr willkommen ist. Die geringe Menge an Blausäure wirkt sich auf Weidetiere nicht aus; Schnecken, die die jungen Triebe abfressen wollen, sterben aber daran.

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Insekten lieben den Hornklee, da sein Nektar bis zu 40 Prozent Zucker enthält. Bienen und Schmetterlinge lieben ihn, insbesondere der Hauhechelbläuling. Einigen Schmetterlingen dient er auch als Raupenfutter, so zum Beispiel dem Hornklee-Widderchen und dem Sumpfhornklee-Widderchen (Zygaena lonicerae und Z. trifolii). Sie legen ihre Eier im Juli auf den Trieben ab, wo sich die Raupen dann über das Jahr bis zum kommenden Mai entwickeln. Die Puppe hängt also ca. 10 Monate lang schutzlos im Blätterwerk der Wiese.

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Die BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg stellt in dieser Serie typische Wiesenblumen aus der Region vor. Mit ihrem Regionalen Wiesen- und Weidenzentrum will die Kreisgruppe den Blick für die allgegenwärtige Verarmung der heimischen Landschaft schärfen und im Gegenzug artenreiche Wiesen und Weiden wieder erlebbar machen. Das Wiesen- und Weidenzentrum wird von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE) gefördert.