Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND)

Wiesen-Klee (Trifolium pratense)


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Hummelfutter par excellence

Der Wiesen-Klee hat dreiteilig gefiederte Blätter, daher der Gattungsname "Trifolium". Auf den behaarten Teilblättchen befindet sich jeweils ein silbrig-weißer Fleck. Die Pflanze kann 15 bis 80 cm hoch werden. Sie wird auch Rot-Klee genannt, die Blütenfarbe variiert von zart bis zu einem sehr dunklen Rosa. Ein Blütenstiel trägt meist zwei kugelige Blüten- büschel, die aus vielen kleinen Schmetterlingsblüten bestehen. Von Mai bis in den Oktober bereichert der Klee die Wiesen durch seine Blüten. Wiesen-Klee vermehrt sich durch Samen.

Die etwa 10 mm langen Einzelblüten werden besonders gern von langrüsseligen Hummelarten beflogen, da diese den tief liegenden Nektar nutzen können. Einige kurzrüsselige Hummeln sind aber in der Lage, die Blüten am unteren Ende aufzubeißen und so an den Nektar zu gelangen. Indes fällt eine Bestäubung dabei aus. Später nutzen auch Bienen diese Löcher.

Eine Besonderheit des Wiesen-Klees ist seine Beweglichkeit. Schon die Keimblätter falten sich nachts zusammen und bewegen sich so im Tag-Nacht-Rhythmus. Später drehen sich die Laubblätter des Nachts in einem etwa dreistündigen Turnus.

Der Wiesen- oder Rot-Klee enthält einige Giftstoffe, die allerdings fast immer in so geringer Menge vorhanden sind, dass sie für das Vieh unbedenklich sind. Einige Inhaltsstoffe der Blüten wirken als Phytooestrogene und werden in der Naturmedizin gegen Wechseljahresbeschwerden eingesetzt.

Der Wiesen-Klee verträgt die Mahd gut, ist jedoch wenig weide- oder trittfest. Da er recht eiweißhaltig ist, ist er als Futterpflanze, z.B. im Heu, sehr beliebt. Aufgrund seiner Symbiose mit Stickstoff fixierenden Knöllchenbakterien wird er auch als Bodenverbesserer, z.B. im Fruchtwechsel, eingesetzt. Der Wiesen-Klee scheint nirgends gefährdet, jedoch wurden die heimischen Rassen durch die Aussaat landwirtschaftlicher Ertragssorten massiv verdrängt, wodurch die genetische Vielfalt stark eingeschränkt wird.

Es ist überliefert, dass die Pflanze schon im 11. Jahrhundert in Deutschland angebaut wurde. Größere Kleekulturen gab es aber erst im 18. Jahrhundert mit dem Beginn einer geordneten landwirtschaftlichen Wiesenwirtschaft.

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Die BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg stellt in dieser Serie typische Wiesenblumen aus der Region vor. Mit ihrem Regionalen Wiesen- und Weidenzentrum will die Kreisgruppe den Blick für die allgegenwärtige Verarmung der heimischen Landschaft schärfen und im Gegenzug artenreiche Wiesen und Weiden wieder erlebbar machen. Das Wiesen- und Weidenzentrum wird von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE) gefördert.